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Work and Travel in Kanada auf eigene Faust – First steps (Part I – Vorbereitungen in Deutschland)

Wie alles begann: „Ich könnte mir vorstellen später mal auszuwandern. Mein Vater war als junger Mann mal in Kanada – da soll es schön sein.“ So, oder so ähnlich sollte das Abenteuer Kanada starten.

Es waren die Worte meines Mannes und ich war zugegebenermaßen zunächst überfordert. Danach wurde das Thema vorerst nicht weiter vertieft. Noch zu viel stand in Deutschland an – ich war mitten im Studium und es war noch kein Ende in Sicht. Doch kurze Zeit später kam uns eine Idee: Jans Kollegin hatte sich aufgemacht nach Australien mit einem Work and Travel-Visum. Vielleicht wäre das ja eine Idee, das Land genauer zu erkunden, um festzustellen, ob Kanada vielleicht wirklich das Land ist, das den Auswanderer-Traum erfüllen könnte?  Und weniger später stand fest – wir werden versuchen ein Visum zu beantragen.

Und von da an hieß es warten. Nachdem der Entschluss zur Visumsbeantragung gefallen war (ungefähr im August 2010) mussten wir noch bis Ende November warten, bis die Visa für 2011 vergeben wurden. Doch in dieser Zeit blieben wir nicht untätig – da wir auf der Internetseite der Kanadischen Botschaft in Berlin erfahren hatten, welche Dokumente wir benötigen würden, stellten wir diese bereits vorab zusammen:

  • das polizeiliche Führungszeugnis

Hier reicht das ganz normale Führungszeugnis, das man nach Hause geschickt bekommt. Es kostet ca. 12,- € und kann im Rathaus beantragt werden.

  • biometrische Passbilder

Es gibt auf der Seite der Botschaft ein Blatt zum Ausdrucken, in dem die Größe genau spezifiziert wird; nach Auskunft unserer netten Fotografin ist es aber dasselbe Format, wie beim deutschen biometrischen Bild.

  • ein Reisepass, der für die gesamte geplante Dauer des Aufenthalts gültig ist

Anmerkung: für Jugendliche und junge Erwachsene bis 24 Jahre ist dieser noch günstiger, allerdings dafür auch nicht so lang gültig.

Wir hatten also die Unterlagen zusammen und mussten nur noch auf die Antragsformulare warten. Und im November war es dann soweit – nach langem Warten waren die Formulare online. Doch gleich kamen Zweifel auf – können wir mit unserem Schulenglisch alles verstehen? Ist es ein Problem, dass wir bereits verheiratet sind? Überall findet man den Hinweis, dass der Ehemann seine Ehefrau nicht mitnehmen darf. Dies bezieht sich allerdings nur darauf, dass sie nicht unter dem Visum des Ehemanns mitreisen darf. Da ich aber selbst einen Antrag stellen konnte und dieser auch bewilligt wurde war alles kein Problem. Und auch die Sorgen bezüglich des Ausfüllens der Formulare waren unbegründet. Mithilfe eines Online-Wörterbuchs war das Ganze schnell erledigt und es ging ab zur Post damit.

Drei Wochen später war das Visum da – juhu! Doch zunächst steckte nur Jans Visum im Briefkasten. Doch drei Tage später konnte auch ich aufatmen – da hatte mein Sachbearbeiter wohl einfach ein bisschen länger gebraucht. :)
Somit war die erste Hürde genommen. Auf der Seite der kanadischen Botschaft kann man übrigens immer wieder sehen, wie viele Visa noch zur Verfügung stehen und von den 4.200 Visa, die in diesem Jahr vergeben wurden ist keins mehr übrig. Ich glaube so Mitte Mai war das Kontingent erschöpft – nur, damit ihr mal eine Orientierung habt.

Doch nicht nur das Visum ist Voraussetzung für die Einreise – es kommen noch weitere Auflagen hinzu:

  • eine Auslandskrankenversicherung
  • ein Rückflugticket oder genügend Geld für die Rückreise
  • ein Kontoauszug oder anderer Nachweis, dass man in der Lage ist, sich über Wasser zu halten. Leider gibt es hier keine genauen Angaben, welcher Betrag hier angemessen ist. Man liest allerdings im Netz oft von ca. 3.000,- € pro Person.

Also kümmerten wir uns hierum auch rechtzeitig. Im März buchten wir bereits unseren Flug, da uns hier ein sehr günstiges Angebot über den Weg lief. Wir haben das Ganze übers Reisebüro erledigt, um bei eventuellen Rückfragen einen Ansprechpartner zu haben. Ob man das braucht oder nicht, ist sicherlich Geschmackssache.

Bei der Auslandskrankenversicherung gibt es sehr viele Angebote. Allerdings sollte man genau auf die Konditionen achten. So hatte die Versicherung, die wir zuerst wählen wollten einen Selbstbehalt von jeweils 50,- €. Aus diesem Grund entschieden wir uns dann für eine etwas teurere Versicherung ohne Selbstbehalt.

Damit hatten wir im Juni bereits alle Unterlagen zusammen, die wir für die Einreise benötigten. Aber auch in Deutschland musste noch Einiges erledigt werden:

  • Wohnung und alle zugehörigen Verträge kündigen
  • Adresse ummelden
  • Job kündigen
  • Erkundigen, ob die Haftpflicht- und Unfallversicherung auch im Ausland greift
  • Überlegen, wo die Möbel und die Umzugskartons für das Jahr eingelagert werden können (an dieser Stelle ein großes Dankeschön an unsere Eltern)
  • eine erste Unterkunft in Kanada besorgen

Da ich mein Praxissemester in einem internationalen Unternehmen absolviert habe, hatte ich das Glück, mein Praktikumszeugnis auf Englisch zu bekommen und darüber hinaus noch super tolle Referenzen von einer sehr netten Vorgesetzten. Ich hoffe, dass mir diese Unterlagen bei der Jobsuche von Nutzen sein werden.

Bis auf den Umzug und die Beendigung des Studiums war nun alles erledigt. Wir warteten gespannt auf den 11. Oktober, an dem es losgehen sollte und versuchten uns schon auf das große Abenteuer einzustimmen.

Viele junge Menschen, die das Work and Travel-Abenteuer in Angriff nehmen, machen dies gleich nach der Schule. Wie kommt man nun auf die Idee nach dem Studium bzw. wie Jan mitten / während der Berufstätigkeit das Abenteuer zu wagen? Naja, wir sind jetzt noch jung – haben keine Verpflichtungen und haben – wenn wir zurückkommen beide schon etwas in der Tasche. Das sollten doch die besten Voraussetzungen sein. Da im heutigen Berufsleben Englisch zur Selbstverständlichkeit gehört, ist es sicherlich von Vorteil, wenn man seine Sprachkenntnisse etwas aufpoliert.

Ach ja – wir starten von Vancouver. Der Rückflug geht von Toronto aus. Was dazwischen passiert ist offen. Wir haben zwar ein paar Ziele, die wir gern sehen wollen, aber noch keine konkrete Route.

Skyline Vancouver - © Anna/Jan MöllerGerne wollen wir Euch auf dem Laufenden halten und berichten, wie die ersten Tage in Vancouver auf eigene Faust laufen (Social Insurance Number beantragen, Konto eröffnen, etc.). Da wir alles ohne eine Agentur organisieren, wollen wir Euch einen Überblick geben, was in diesem Fall alles auf Euch zukommt. Sicherlich kommt es darauf an, ob man die Sicherheit einer Agentur in Anspruch nehmen will – dies ist vielleicht gerade dann vorteilhaft, wenn man noch sehr jung ist und das Abenteuer ganz allein startet. Wir sind überzeugt, dass es mit ein bisschen Organisationstalent auch allein klappen kann. Das ist dann sicherlich nicht so komfortabel, aber dafür kostengünstiger.

Ihr dürft also gespannt sein, wie es uns ergeht – auf unserem Abenteuer Kanada.

Wer wir sind: Anna (24 Jahre) absolvierte gerade ihr BWL-Studium. Jan (25 Jahre) ist gelernter Restaurantfachmann, der zuletzt in einem Vier-Sterne-Hotel im Service arbeitete. Zusammen sind wir die Möllers – ein junges Ehepaar, das Kanada und sich selbst ein bisschen besser kennenlernen will!

Nützliche Links:

Seite der kanandischen Botschaft zum Programm für Jugendmobilität:

www.canadainternational.gc.ca

Stiftung Warenstest zum Thema  Auslandskrankenschutz für längere Aufenthalten:

www.test.de

 

6 Antworten zu “Work and Travel in Kanada auf eigene Faust – First steps (Part I – Vorbereitungen in Deutschland)”

  1. René Michel sagt:

    Hey, ich wünsche Euch viel Glück in meinem Traumland!

  2. Eveline sagt:

    Hallo Anna und Jan, alles Gute für Euer Canada-Jahr. Ich freue mich auf Eure weiteren Berichte.

  3. Daniela sagt:

    Hey, auch ich wünsche euch viel Glück und natürlich auch viel Spaß ;-)
    Vielleicht könnt ihr mir evtl. auch ein paar Tips geben, ich will mit meinen zwei Kindern (4 Jahre) für nen paar Wochen zum wwoofen nach Kanada. Aber zu allererst muss ich erst mal eine Farm finden, die auch die Kinder akzeptiert.
    Jetzt freue ich mich erst mal auf eure nächsten Berichte.

  4. Christine sagt:

    Hallo ihr zwei,
    bin schon gespannt wie es mit euch beiden weitergeht. Will nächstes oder allerspätestens 2013 auch ein Jahr nach Kanada. Bin aber immer noch am zweifeln, ob ich dafür meinen sicheren Job kündigen soll! Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück und Erfolg in meinem absoluten Traumland. Freue mich auf weitere Berichte von Euch.
    Take care and good luck.

  5. Anna sagt:

    Hallo ihr Lieben! Danke für die lieben Worte! Wir werden versuchen unsere Eindrücke und Erlebnisse so gut wie möglich zu dokumentieren und davon zu berichten! Wenn es Dinge gibt, die Euch besonders interessieren, dann lasst es uns einfach wissen! LG

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